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Für alle die nen bisschen mehr über Land und Leute wissen wolln.
Ich bin hier jetzt seit gut 7 Wochen und habe mich soweit es geht eingelebt. Mit mir 9 andere Deutsche und 31 Austauschschüler aus anderen Kontinenten und Nachbarländern. (Österreich, Italien, Frankreich, Finnland, Holland, Belgien, Tschechien, Türkei, USA, Argentinien, Brasilien, Chile). Unser Arrival Camp dauerte drei Tage und fand in dem ungemütlichsten Ortr der Welt statt. Wer dachte Stein wär hart hat noch nicht in den Tii Jockey Club Betten geschafen.
Dinniert haben wir aus orangenen Plastikschalen und Besteck, was sich wie sich herausstellte, als zeichen für schlechtes Essen deuten lässt. Reichlich abgewrackt also, bei 36 Grad und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit, haben wir also Ende August, gestern vor 7 Wochen unsere Gastfamilien kennen gelernt. Bei mir kamen nur die Geschwister und die Haushilfe. Super Anfang. Die Mutter hat mich als ich ihr später über den Weg gelaufen bin kaum gegrüßt und der Vater hat nur einmal vom Klavier aufgesehn.
Wer jetzt sagt: Wie fies, hat nicht ganz unrecht, aber das ist hier nun mal so. Kein großes Kino wenn wer kommt oder sich verabschiedet.
Ich wohne in Kowloon, dem dichtbevölkertsten Ort der Erde. Ich kann wenn ich aus dem Fenster seh in alle anderen Wohnungen reinsehn und schau auf eine triste Hochhausfassaden Skyline. Überall sind Airconditioneranlagen zu sehn und Wäsche die aushalb des Fensters aufgehangen wird. Is aber gar nicht so blöd wie es sich anhört. Unten is ein schöner Vorhof mit mehreren künstlich geplflanzten Bäumen und den ganzen Tag sitzen da Mütter auf ner Art Tribühne und sehen kleinen Kindern beim Federball zu. Morgens machen hier alte Menschen ihre Tai Chi Übungen, teilweise auch mit Fecher oder Schwert oder traditionellen chinesischen Tanz. hab hier aber auch schon ne Hiphopcrew gesehn. Einmal bin ich aus dem Haus und fast in einen haufen Reporter gerannt, weil da nämlich direkt gegenüber von meinem Block1 mehrere chinesische Stars über den roten Teppig spazierten und sich feiern ließen, da merkt man dann dass man in ner Großstadt ist, auch wegen der vielen Sirenen, dabei ist Hong Kong supersicher und die Menschen echt moraltreu. Hab ich bemerkt als ich mal mein Portemonnaie im Studyroom der Schule für zwei Stunden vergessen hab, hätte jeder schnell nehmen könn, lag aber unberührt da. Echt gut.
Chinesen lieben japanische und koreanische Models und wollen genau so aussehn. Sie färben sich die Haare in hellen Rotblondtönen und machen sich Locken. Sieht ziemlich unnatürlich aus, aber man kann sie besser unterscheiden. 90 % meiner Klasse trägt eine Brille und das ist nichts ungewöhnliches. Grundsätzlich trägt hier jeder eine Brille, Asiaten sind anfällig für Kurzsichtigkeit und Kontaktlinsen sind nicht sehr populär, weil Brillen ja auch stylischer sind. Meine Schwester meinte es läge daran dass chinesen zu viel fernsehn. Ehrlich gesagt könnte das stimmen. Jedes Restaurant besitzt egal wie gammlig es ist mindestens 3 Plasmabildschirme und Kirchen mindestens 6, von Bus und Bahn ganz zuschweigen. Chinesen sind sehr laut und schreien viel herum. Und wenn sie dass nicht tun, macht es ihr Handy das alle drei sekunden lostönt und dann wird das hektisch herausgezerrt mit all dem Gebamsel daran und eine energische diskussion geführt, die hauptsächlich so erfolgt:
*Klingel* "Wai?...Wai....Wai...Wai?...Wai...Wai!" *Aufleg* Interessant. Man wird hier handysüchtig.
Hong Kong ist die Stadt des Händchenhaltens, Paare zeigen sich gerne als ein solches, wenngleich, sollten sie so in Schuluniform entdeckt werden, könnte irgendeine Person die Schule anrufen und es gäb ein Gespräch mit dem Direktor. Regeln sind hier Thema nummer 1. und Chinesen halten sich auch noch daran. Hat euch jemals ein Schüler gesagt: "Essen ist im Klassenraum verboten! Mobilephones are not allowed!" Schüler die Schüler kontrollieren sind hier ganz hoch im Geschäft und jeder Chinese würde am liebsten alle kontrollieren und leiten. Da gibts extra Kurse für.
Die Schule ist anspruchsvoll, aber nicht unschaffbar. Das einzige Lebensziel eines chinsischen Schülers ist es die Public Exams durchzustehen. Der Druck der auf ihnen lastet ist enorm. Viele werden davon physisch angegriffen und sind wochenlang krank danach. Immermal wieder hört man von erschreckenden Anstiegen von Depressionsfällen und Schülersuiziden hier. Viele hassen ihre Eltern für den Druck, aber den machen sie sich mit selbst.
Aber eigentlich sind sie alle ganz offen und entspannt. Man muss nur die Mauer überschreiten die sie davon abhält sich mit einem zu unterhalten. Sie halten nämlich ihr Englisch für schlecht und traun sich nie und entschuldigen sich immer für ihre Sprachprobleme. Wenn es dann aber funktioniert gibt es kein zurück mehr, dann hast du sie ewig im Nacken und wirst angetextet. Aber dass ist ja eigentlich sehr nett.
Essen ist hier natürlich echt nicht ganz so einfach zu beschreiben. Du kriegst alles was du willst,a ebr ma n bekommt hauptsächlich Reis mit Fleischbällchen und Fischbällen ohne Fisch. Spezialitäten sind Schlangenmenüs, Hühnerfüße und Schweineblutwürfel. Eine Abartigkeit.
Man muss sie ja aber nicht essen es gibt auch magenfreundliches. Ich hab mich daran gewöhnt einem Fleisch/Fischgericht für 1,50 Euro zu traun. Es ist nun so dass das essen vielleicht voller bakterien ist, aber es wird heiß gekocht und frisch serviert^^
Von dem Hühnermarkt und dem Wetmarket schweige ich, dass ist zu abwartig für leute die es nur hörn.
Die Sprache ist hart. Hier wird nicht Mandarin sondern Kantonesisch gesprochen. GANZ ANDERS. Auch wenns sich nicht so anhört. Gleiches Zeichen, komplett andere aussprache. 6 verschiedene Tonlagen in denen das Wort Foo zb immer wieder eine andere Bedeutung hat: Vater, Bett, Sonne... So stark kann das variieren. Hoch, mittel, tief, langsam ansteigend, abfallend, schnell ansteigend etc... Ist aber gar nichtr so schwer wie sich anhört. Aber man kommt selten dazu es zu sprechen, denn trotz 1997, Hong Kong ist immer noch eine britische Kolonnie wenn es um die Verständigung geht.
So, das wars fürs erste. ganz schöne Menge. Hoffe es ist interessant. Bei intresse kann ich mehr Scherze aus dem Alltag erzähln.
Gruß Lisa
Montag, 22. Oktober 2007
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